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   Zitate  zum 8. Kapitel: Die politische Gemeinschaft

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Politik liegt in der menschlichen Natur

(384) "...das gesellschaftliche Leben (ist) für den Menschen, der von Natur aus ein soziales und politisches Geschöpf ist, ‚nicht etwas äußerlich hinzukommendes’, sondern eine wesentliche und unauslöschliche Dimension.“
 
 

Die politische Autorität liegt im Volk



(395) "Subjekt der politischen Autorität ist das Volk, das in seiner Gesamtheit als Souverän betrachtet wird. Das Volk überträgt die Ausübung seiner Souveränität in verschiedenen Formen auf diejenigen, die es in freier Wahl zu seinen Vertretern bestimmt, aber es behält die
Zuständigkeit, die Regierenden zu kontrollieren und auszuwechseln, wenn diese ihre Funktionen nicht in befriedigender Weise erfüllen. Auch wenn dieses Recht in jedem Staat und unter jedem politischen Regime Gültigkeit hat, bietet das demokratische System mit seinen Kontrollverfahren die besten Möglichkeiten und Garantien für seine Umsetzung.“

Gerechtigkeit als Grundlage staatlicher Ordnung


 
(396) "Ohne ein von allen übereinstimmend anerkanntes Gesetz der Gerechtigkeit lässt sich über nichts eine volle und sichere Übereinkunft erzielen.“

 
 

Recht auf Widerstand


(400) "Weil das Naturrecht das positive Recht begründet und begrenzt, bedeutet dies auch, dass es rechtmäßig ist, der Autorität Widerstand zu leisten, wo immer diese die Grundsätze des Naturrechts schwerwiegend und wiederholt verletzt.“
 
 

Humanes Strafrecht


 
(402) "Um das Gemeinwohl zu schützen, hat die legitime öffentliche Autorität das Recht und die Pflicht, im Verhältnis zur Schwere der
Verbrechen Strafen aufzuerlegen.“
 
(405) "Ein Zeichen der Hoffnung ist in den Augen der Kirche ‚die immer weiter verbreitete Abneigung der öffentlichen Meinung gegen die Todesstrafe selbst als Mittel sozialer ‚Notwehr’.’“
 

Wertekonsens als Basis der Demokratie

(407) "Ein echte Demokratie ist nicht nur das Ergebnis einer formalen Einhaltung von Regeln, sondern die Frucht einer überzeugten Annahme von Werten, die die demokratische Vorgehensweise inspirieren: die Würde jeder menschlichen Person, die Achtung der Menschenwürde, die Anerkennung des Gemeinwohls als Ziel und maßgebendes Kriterium des politischen Lebens.
 
Wenn hinsichtlich dieser Werte kein allgemeiner Konsens herrscht, verflüchtigt sich die Bedeutung der Demokratie, und ihre Festigkeit gerät ins Wanken.“

Prinzip der Gewaltenteilung

(408) "Das Lehramt erkennt die Gültigkeit des Prinzips der Gewaltenteilung in einem Staat an: Es ist besser, wenn jede Macht von anderen Mächten und anderen Kompetenzbereichen ausgeglichen wird, die sie in ihren rechten Grenzen halten. Das ist das Prinzip des ‚Rechtsstaates’, in dem das Gesetz und nicht die Willkür der Menschen herrscht’.“
 
 

Zivilgesellschaft gegenüber Wirtschaft und Staat



(417.2) "Die Zivilgesellschaft ist eine Gesamtheit der kulturellen und gemeinschaftlichen Beziehungen und
Ressourcen, die sowohl vom politischen als auch vom wirtschaftlichen Umfeld verhältnismäßig unabhängig sind.“
 
 

Demokratie braucht Medienvielfalt


 
(414) "Die Information gehört zu den wichtigsten Mitteln der
demokratischen Beteiligung. Ohne das Wissen um die Probleme der politischen Gemeinschaft, die faktischen Gegebenheiten und die verschiedenen Lösungsvorschläge ist keine Beteiligung denkbar.
 
In diesem sensiblen Bereich gesellschaftlichen Lebens muss ein wirklicher Pluralismus gewährleistet sein, das heißt, es muss im Bereich der Information und der Kommunikation eine Vielfalt von Formen und Mitteln bereitgestellt und durch geeignete Gesetze dafür gesorgt
werden, dass im Hinblick auf den Besitz und Gebrauch dieser Mittel Bedingungen der Gleichheit herrschen.
 
Unter den Hindernissen, die sich der vollen Umsetzung des Rechts auf objektive Information entgegenstellen, verdient das Problem der Konzentration von Verlags- und Fernsehanstalten besondere Aufmerksamkeit, das das gesamte demokratische System gefährden kann, wenn es mit immer engeren Verflechtungen zwischen der Regierungstätigkeit, den Finanzmächten und der Information einhergeht.“

Zivilgesellschaft als Ort der Ethik

 


 
(420) "Viele Erfahrungen im Bereich des Ehrenamts bieten weitere sehr wertvolle Beispiele dafür, dass die Zivilgesellschaft ein Ort ist, an dem immer die Möglichkeit besteht, eine öffentliche, von Solidarität, konkreter Zusammenarbeit und brüderlichem Dialog geprägte Ethik zu entwerfen.“

Religionsfreiheit – ein Grundrecht des Menschen

 


 
(421) "Die Würde der Person und das Wesen der Suche nah Gott machen es erforderlich, dass alle Menschen im Bereich der Religion von jeglichem Zwang frei sein müssen. Die Gesellschaft und der Staat dürfen eine Person nicht dazu zwingen, gegen ihr Gewissen zu handeln, und sie dürfen sie auch nicht daran hindern, so zu handeln, wie ihr Gewissen es ihr vorschreibt.“

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