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   Zitate  zum 4. Kapitel: Die Prinzipien der Soziallehre der Kirche (1)

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Prinzipien gewinnen Gestalt

(160) "In dem Bemühen, konsequent auf die Erfordernisse der Zeiten und die beständigen Entwicklungen des gesellschaftlichen Lebens einzugehen, hat die Kirche diese Prinzipien nach und nach herausgearbeitet und ihnen so im Lauf der Geschichte und im Licht des Geistes durch kluges Nachdenken
über die eigene Glaubensüberlieferung eine immer klarere Grundlage und Gestalt geben können.“

 
 

Prinzipien geben Orientierung

(162) "Diese grundlegenden Angelpunkte der kirchlichen Lehre sind überdies weit mehr als ein dauerhaftes Erbe an Ideen, sie sind wesentlicher Bestandteil der christlichen Botschaft, weil sie allen die möglichen Wege zu einem guten, wirklich erneuerten gesellschaftlichen Leben aufzeigen.“


Verantwortung für das Gemeinwohl

 

(163.2) "Die den großen sozialen Prinzipien innewohnende moralische Forderung betrifft sowohl das persönliche Handeln der einzelnen, insofern sie die unersetzlichen Träger der Verantwortung auf jeder Ebene sind, als auch zugleich die Institutionen, die durch Gesetze, gewohnheitsmäßige Normen und zivile Strukturen repräsentiert werden, weil diese die Fähigkeit haben, die Entscheidungen vieler über lange Zeiträume hinweg zu beeinflussen und darauf einzuwirken.

 
 

Gutes Leben für alle

(164) Gemeinwohl ist "die Gesamtheit jener Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens, die sowohl den Gruppen, als auch deren einzelnen Gliedern ein volleres und leichteres Erreichen der eigenen Vollendung ermöglichen“. (Gaudium et spes, 26)


 

Aufgabe der Regierung

(169) "Um das Gemeinwohl zu gewährleisten, hat die Regierung eines jeden Landes die spezifische Aufgabe, die Interessen der unterschiedlichen Bereiche auf gerechter Weise miteinander in Einklang zu bringen. Die richtige Vermittlung zwischen dem besonderen
Wohl von Gruppen und Individuen ist eine der schwierigsten Aufgaben der öffentlichen Macht. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass in einem demokratischen Staat, in dem die Entscheidungen in der Regel von einer Mehrheit der Vertreter des Volkswillens getroffen werden, die Träger der Regierungsverantwortung verpflichtet sind, das Gemeinwohl ihres Landes nicht nur nach den Maßgaben der Mehrheit, sondern unter dem Blickwinkel des tatsächlichen Wohls aller Mitglieder der Zivilgemeinschaft, also auch der Minderheiten, zu interpretieren.“
 

Die Güter der Erde sind allen bestimmt

(171) "Gott hat die Erde mit allem, was sie enthält, zum Nutzen aller Menschen und Völker bestimmt, darum müssen diese geschaffenen Güter auch in einem gerechten Verhältnis allen zustatten kommen: dabei hat die Gerechtigkeit die Führung, Hand in Hand geht mit ihr die Liebe.“


 

 
Sicherung der Existenz für alle

(171)  "(Die Erde) … ist auf Grund ihrer Fruchtbarkeit und Fähigkeit, die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen, die erste Gabe Gottes für den Lebensunterhalt der Menschen. Denn die Person kann nicht auf die materiellen Güter verzichten, die ihren vorrangigen Bedürfnissen entsprechen und die Grundlagen ihrer
Existenz darstellen; diese Güter sind absolut unverzichtbar, damit sie sich ernähren und wachsen, kommunizieren, sich mit anderen zusammenschließen und das höchste Ziel, zu dem sie berufen ist, erreichen kann.“


 

Recht auf Eigentum ist nachrangig

(172) "Das Prinzip der gemeinsamen Nutznießung der Güter ist das ‚Grundprinzip der ganzen sozialethischen Ordnung’ und das ‚kennzeichnende Prinzip der christlichen Soziallehre’. ... Es handelt sich vor allem um ein natürliches Recht, das in der Natur des Menschen
liegt.... Es ist jeder einzelnen Person zu Eigen, und es ist vorrangig in Bezug auf jegliches Eingreifen des Menschen hinsichtlich der Güter.... Alle anderen Rechte, ganz gleich welche, auch das des Eigentums und des freien Tausches, sind diesem Grundgesetz untergeordnet. Sie dürfen seine Verwirklichung nicht erschweren, sondern müssen sie im Gegenteil erleichtern.“


 
 
 

Wirtschaften für eine solidarische Welt

(174) "Das Prinzip von der allgemeinen Bestimmung der Güter ruft dazu auf, die Wirtschaftsauffassung an moralischen Werten zu inspirieren, die es ermöglichen, weder den Ursprung noch das Ziel dieser Güter jemals aus den Augen zu verlieren, damit eine
ausgewogene und solidarische Welt verwirklicht wird.“
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