Sozialkompendium.org

>> Inhalt  >> Dialog  >> Praxis

Lorenzetti_Xfan_170
 

         

 

 

Zitate  zum 11. Kapitel: Die Förderung des Friedens

ksoeste

Frieden – Frucht der Gerechtigkeit und der Liebe

(494) "Der Friede ist ein Wert und eine Pflicht von allgemeiner Gültigkeit und basiert auf der vernunftgemäßen und moralischen Ordnung der Gesellschaft, die ihre Wurzeln in Gott selber hat, ‚dem Ursprung des Seins, der grundlegenden Wahrheit und dem höchsten Gut’. Der Friede ist nicht
einfach nur die Abwesenheit von Krieg und auch kein stabiles Gleichgewicht zwischen feindlichen Mächten, sondern gründet auf einer zutreffenden Vorstellung von der menschlichen Person und erfordert die Schaffung einer auf Gerechtigkeit und Liebe aufbauenden Ordnung.
 
Der Friede ist die Frucht der Gerechtigkeit, die im weiteren Sinne als die Achtung vor dem Gleichgewicht aller Dimensionen der menschlichen Person aufgefasst wird. Der Friede ist gefährdet, wenn dem Menschen das, was im auf Grund seines Menschseins zusteht, nicht gegeben wird, wenn seine Würde nicht respektiert wird und wenn das Zusammenleben nicht auf das Gemeinwohl ausgerichtet ist. Für die Schaffung einer friedlichen Gesellschaft und für die umfassende Entwicklung der einzelnen, Völker und Nationen erweisen sich die Verteidigung und die Förderung der Menschenrechte als wesentlich.
 
Der Friede ist auch die Frucht der Liebe: ‚wahrer Friede ist eher eine Sache der Liebe als der Gerechtigkeit, denn der Gerechtigkeit obliegt es nur, das zu beseitigen, was dem Frieden im Wege steht: die Beleidigung und den Schaden; der Friede selbst aber ist ein eigentlicher und besonderer Akt der Liebe’.“
 
 

Gewalt zerstört



(496) "Gewalt ist nie die gerechte Antwort. Die Kirche verkündet in der Überzeugung ihres Glaubens an Christus und im Bewusstsein ihrer
Sendung, ‚dass die Gewalt böse ist, dass die Gewalt als Lösung von Problemen unannehmbar ist, dass die Gewalt menschenunwürdig ist.
 
Die Gewalt ist eine Lüge, denn sie ist der Wahrheit unseres Glaubens, der Wahrheit unseres Menscheins entgegengesetzt. Die Gewalt zerstört
das, was sie zu schützen vorgibt: die Würde, das Leben, die Freiheit der Menschen.“
 
 

Krieg im Atomzeitalter widerstrebt der Vernunft

 


 
(497) "Das Lehramt verurteilt ‚die Unmenschlichkeit des Krieges’ und fordert, diesen mit ganz anderen Augen zu sehen, denn es widerstrebt ‚in unserem Zeitalter, das sich rühmt, Atomzeitalter zu sein, der Vernunft, den Krieg noch als geeignetes Mittel zur Widerherstellung der Gerechtigkeit zu betrachten’. Der Krieg ist eine ‚Geisel’ und niemals ein geeignetes Mittel, um die Probleme zu lösen, die zwischen den Nationen aufkommen.“
 

 

Entwicklung, der Name des Friedens


 
(498) "Damit ist es von wesentlicher Bedeutung, die Ursachen zu erforschen, die einen kriegerischen Konflikt hervorbringen, und zwar vor
allem die, die mit Strukturen der Ungerechtigkeit, des Elends und der Ausbeutung verbunden sind, in die man eingreifen muss, um sie letztendlich zu beseitigen.
 
"Darum heißt der andere Namen für Frieden Entwicklung. Genauso wie es die
gemeinsame Verantwortung gibt, den Krieg zu verhindern, so gibt es die gemeinsame Verantwortung, die Entwicklung zu fördern.“
 
 

Vertrauensvolle Beziehungen statt kriegerischer Konfliktlösung


 
(499) "Die Staaten verfügen nicht immer über geeignete Mittel, um wirkungsvoll für die eigene Verteidigung zu sorgen: Daher rührt die Notwendigkeit und die Bedeutung der internationaler und regionalen
Organisationen, die in der Lage sein müssen, gemeinsamen Konflikten zu begegnen und den Frieden zu fördern, indem sie Beziehungen des wechselseitigen Vertrauens herstellen, die geeignet sind, den Weg des Krieges ungangbar zu machen.“

Gewalt rechtfertigt nicht jede

Gegengewalt

(500) "Ein Angriffskrieg ist in sich unmoralisch. In dem tragischen Fall seines Ausbruchs  haben die Verantwortlichen des angegriffenen Staates das Recht und die Pflicht, die Verteidigung auch mit Waffengewalt zu organisieren. Die Anwendung von Gewalt ist nur dann zulässig, wenn einige strenge Bedingungen erfüllt sind: ‚- Der Schaden, der der Nation oder der Völkergemeinschaft durch den Angreifer zugefügt wird, muss sicher feststehen, schwerwiegend und von Dauer sein.’.“
 

 

Kein Krieg gegen Zivilbevölkerung!


 
(505) "Das Prinzip der Humanität, das in das Bewusstsein jeder Person und jedes Volkes hineingeschrieben ist, beinhaltet die Verpflichtung, die Zivilbevölkerung vor den Auswirkungen des Krieges zu schützen. ...

Heute wird man sich der Notwendigkeit bewusst, einen neuen Konsens hinsichtlich der humanitären Prinzipien zu finden und ihre Grundlagen zu verstärken, um zu verhindern, dass Grausamkeiten und Missbräuche sich wiederholen.“
 

 

Flüchtlinge sind als Menschen zu achten

 


 
(505.2) "Die Sorge um die Flüchtlinge muss uns anspornen, die Menschenrechte, die
universell anerkannt sind, neu zu bekräftigen und zu unterstreichen und zu fordern, dass sie auch für die Flüchtlinge wirksam in die Tat umgesetzt werden."
 
 

Kindersoldaten sind Missbrauchsopfer


 
(512) "Der Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als Soldaten in bewaffneten Konflikten ... muss verurteilt werden.... Diesen Kindern wird nicht nur die ihnen zustehende Bildung und Erziehung und ihre normale Kindheit vorenthalten, sie werden außerdem dazu abgerichtet, zu töten: all dies sind Verbrechen, die nicht geduldet werden können.“
 

 

Terrorismusbekämpfung innerhalb rechtstaatlicher Regeln



(514) "Der Terrorismus muss in allerschärfster Form verurteilt werden. Er bringt eine totale Verachtung für das menschliche Leben zum Ausdruck und ist durch nichts zu rechtfertigen, weil der Mensch immer der Zweck und nie das Mittel ist. Terroristische Akte verletzen die menschliche Würde zutiefst und stellen einen Angriff gegen die gesamte Menschheit dar.“ ... Der &dbquo;Kampf gegen den Terrorismus (muss) im Respekt vor den Menschenrechten und den rechtsstaatlichen Prinzipien geführt werden.“
 

 

Friedensförderung als Auftrag  der Kirche

 


 
(516) "Die Förderung des Friedens in der Welt ist ein wesentlicher Bestandteil der Sendung, mit der die Kirche das Erlösungswerk Christi auf Erden fortsetzt. ...
Aus dem befreienden Glauben an die Liebe Gottes entsteht ein neues Weltbild... Es ist ein Glaube, der das Leben verändert und erneuert ...
 
Die religiösen Unterschiede können und dürfen keine Konfliktursache sein: Das gemeinsame Friedensstreben aller Gläubigen ist im Gegenteil ein starker Faktor der Einheit zwischen den Völkern.
 
Die Kirche appelliert an Personen, Völker, Staaten und Nationen, sich an ihrem Einsatz für die Wiederherstellung und Festigung des Friedens zu beteiligen, indem sie insbesondere die Rolle des internationalen Rechts betont.“
kind_001_100
cesesma2
nudo

biblische Zitate

ökumenische Zitate

11. Kapitel

Reflexionen

andere Religionen

Initiativen

moodle_sk90
Zambinino160
gewalt