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Humor als soziale Protest

 
 

Der "Tag des Prekariats"


Der Tag des Prekariats entstand am 1. Mai 2001. Damals haben ItalienerInnen zusammen mit FranzösInnen ind SpanierInnen eine EuroMayDay-Parade organisiert, die in Mailand dann auch erstmals stattfand. Sie wollten aufmerksam auf die verschiedenen Formen der " Prekarisierung" machen. Prekarisierung ist aber ein Fremdeswort auf Deutsch. Was bedeutet das eigentlich?
 
Selbstverständlich ist Prekarität ein relatives Phänomen. Denn die durchschnittlichen Lebensbedingungen sind, je nach Land, verschieden.  Dadurch verliert das Phnomen nicht im geringsten an Schärfe.  
 
Prekarisierung ist Unsicherheit und auch Verunsicherung. Es geht also um Prozessen, durch die viele Menschen allmählich ihre unmittelbare Zukunft trüb sehen. Sie sind sich nicht mehr so sicher,  in absehbare Zeit durchschnittiliche, akzeptable Arbeits- und Lebensbedingungen geniessen zu können, und dabei einen garantierten Zugang zu ihren sozialen und politischen Rechten zu haben.
Prekarisierungsprozesse beeinträchtigen die Lebensqualität der betroffenen  Menschen und fördern auch ein soziales Klima von Angst und Misstrauen.

 
EuroMayDay


Mayday ist das internationale Notrufsignal im Sprechfunk.
Die InitiatorInnen des Euro-MayDay 2001 wollten vor allem ein Zeichen setzen, neue sozialen Prozesse sichtbar machen und auch neue Formen des politischen Engagements durch Vernetzung, Selbstorganisation und auffällige Initiativen zu ermöglichen.  So etwa wie die Bewegung der "Indignierten" auch heute handelt.
Das MayDay-Netzwerk hat sich in den letzten Jahren weiter entwickelt. Mittlerweile ist die Organisation  
EuroMayDay
entstanden und auch Menschen aus nicht-europäischen Länder wie JapanerInnen haben MayDayParaden organisiert.

 
San Precario und  Santa Precaria


San Precario und santa Prekaria - d.h. der heilige Prekarius und die heilige Prekaria - sind symbolische Figuren, die nicht mit wenig Humor von italienischen InitiatorInnen erschaffen wurden. Sie sind die vermeintlichen SchutzpatronInnen von Opfern der Prekarisierung -wie Erwerbslose, Leute mit Teilzeitbeschäftigungen, oder die unter unzumutbaren Bedingungen arbeiten müssen, sozial ausgeschlossene menschen usw.tertanengeist und Klientelismus.

 

Dr. Luitgard Derschmidt
Katholische Aktion Österreichs


"Wir sind gefordert!
Jesus will, dass wir ein Leben in Fülle haben, so steht es in der Bibel. Die Fülle des Lebens, das bedeutet zwar weit mehr, als nur Materielles. Aber wenn die Grundbedürfnisse nicht abgesichert sind, kann Leben nicht gut gelingen.
&dbquo;Prekäre Arbeitsverhältnisse sind auf längere Sicht eine Bedrohung für die ganze Gesellschaft." Das schrieb Papst Benedikt in einer
Botschaft an Italiens Katholiken
zu ihrer &dbquo;Sozialwoche" im Oktober letzten Jahres. Sie sprächen für einen &dbquo;ethischen und sozialen Notstand". Vor allem kritisiert der Papst, dass die Unsicherheit am Arbeitsplatz es jungen Leuten erschwere, eine Familie zu gründen.
Auch bei uns in Österreich gibt es Menschen, denen das Wasser bis zum Hals steht: moderne Tagelöhnerinnen, befristet Beschäftigte, Scheinselbstän. dige und andere. Menschen in Arbeitsverhältnisser ohne Garantien, in Lebenssituationen ohne Perspektiven, die vom sozialen
und kulturellen Leben großteils ausgeschlossen sind. Prekäre Arbeitsverhältnisse nehmen zu.

Deswegen will die Katholische Aktion mit ihren Gliederungen den &dbquo;Tag des Prekariats", den 29. Februar, dazu nutzen, um auf diese Lebensumstände hinzuweisen, weil wir als Christen und Christinnen im Sinne des Evangeliums die Nöte des &dbquo;Nächsten nicht hinnehmen dürfen und uns für eine gerechte Lebenswelt einsetzen müssen."
(Quelle: KA-Wandzeitung "KA-Impulse")
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Initiativen  


4. Kapitel: Prinzipien der Soziallehre der Kirche (2): Das Gemeinwohl

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