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Initiativen  


2. Kapitel: Die Sendung der Kirche und die Soziallehre

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Die katholischen Sozialwochen in  Frankreich, Italien und Kanada
Reflexion für das Handeln


 
Frankreich (ab 1904)

Geschichte


Die
Sozialwochen in Frankreich
wurden 1904 gegründet. Die Initiative kam von einer Gruppe engagierter KatholikInnen. Zu jener Zeit waren die Lebensbedingungen der ArbeiterInnen äußerst prekar, als Antwort auf die so genannte &dbquo;soziale Frage“ hatte 1891 Papst
Leo XIII.
das Sozialrundschreiben
&dbquo;Rerum Novarum“
veröffentlicht. In diesem Kontext wurde durch die Sozialwochen versucht, die katholische Soziallehre zu vertiefen und bekannt zu machen.

 

Ziele


Die Sozialwochen sind ein Treffpunkt für alle – gläubige oder nicht religiöse  -Menschen -, die mit anderengemeinsam suchen möchten und offen sind für den Dialog. In einer Zeit, in der ethische Bezugspunkte verblassen, leisten die Sozialwochen einen dreifachen Dienst: Sie gelten als  Forum, sie ermöglichen Erinnerung (etwa an die Geschichte) und Lernen, sie bieten ethische Orientierung und helfen somit, Sinn zu finden. Bei jeder Woch wird eine bestimmte soziale Frage ausgearbeitet. Das Thema der letzten sozialen Woche (November 2011) ist
"Demokratie und öffentliche Meinung"

Themen

Die Sozialwochen gewannen allmählich an Attraktivität und wurden zu einer wichtigen Stimme in der katholischen Kirche in Frankreich. In den 70er Jahren, als  die &dbquo;christlichen“ Parteien und  Gewerkschaften in die Krise gerieten, verloren auch die Sozialwochen an Einfluss, doch Mitte der 80er Jahre erholten sie sich wieder. Seit 1995 werden die Sozialwochen jährlich veranstaltet, und bringen durchschnittlich ca. 2000 TeilnehmerInnen zusammen.
 
Die Themen, mit denen sich französische KatholikInnen in den Sozialwochen auseinander setzen, entsprechen  den Anliegen der jeweiligen Perioden:
>> In der Zwischenkriegzeit beschäftigten sich die Sozialwochen nicht nur mit sozialen Themen, sondern auch mitFragen des Friedens und der Demokratie.
 
>> Von 1945 bis 1985 wuden vor allem ökonomisch-strukturelle Fragen diskutiert, besonders
im Zusammenhang mit der Dritten Welt.
 
>> In den letzten Jahren wurden Fragen in Zusammenhang mit globalen Prozessen behandelt.
 
Webseite
Die Webseite der Sozialwochen - mittlerweile auch auf Englisch - ist großzügig angelegt: Man findet gute Dokumentation, die Akten der früheren Sozialwochen mit vielen Texten zum gratis Herunterladen, sowie Videos einiger Referate.

 
 

Italien (ab 1907)

 

Die italienischen Sozialwochen (
"Settimane sociali dei cattolici italiani"
) konnten 2007 einen runden Geburtstag feiern: Sie waren 100 Jahre alt geworden!
Giuseppe Toniolo, Gründer der
italienischen "Settimane Sociali"
,
  ist am 29. April 2012 selig gesprochenworden.
 
Die Wochen werden zwar nicht jährlich veranstaltet, dafür finden sie seit einem Jahrhundert regelmäßig statt. Die "Settimane sociali" werden von der
italienischen Bischofskonferenz
unterstütz und von einem
Komitee
aus Laien, Univ. Professoren und Mitgliedern der Hierarchie vorbereitet. Hinter diesem Komitee steht ein reges Netzwerk katholischer Organisationen quer durch die Diözesen des Landes.
 
Die italienischen Sozialwochen wurden zum ersten Mal auf Initiative von
Giuseppe Toniolo (1845-1918)
einberufen. Toniolo gehörte zu jener Generation von KatholikInnen, deren soziales Engagement aus ihrem chrislichen Glauben resultierte und von Rerum Novarum entscheidend  bestärkt wurde. Er wird am
29. April 2012 selig gesprochen
werden.
 
Die Settimane sociali sind nicht bloß ein Forum, sondern vielmehr der Konvergenzpunkt des täglichen sozialen Engagements vieler italienischen KatholikInnen. Das nationale Treffen wird durch Seminare und regionale Veranstaltungen vorbereitet. Auf jede "Settimana Sociale" folgen Versammlungen, in denen über die Umsetzung der Beschlüsse in die Tat reflektiert wird. So wirken die Settimane Sociali als Impuls, um neue Initiativen in die Tat umzusetzen, bzw. bestehende Projekte weiter zu führen
.

 
 

Kanada (ab 1920)


 
Die kanadischen Sozialwochen entstanden in Anlehnung an die französischen. Sie wurden 1920 von  Joseph-Papin ARCHAMBAULT, s.j. gemeinsam mit Mitglieder der "École sociale populaire" ins Leben gerufen, um jährliche Austauschforen für die Vertiefung und Verbreitung der katholischen Soziallehre zu veranstalten.
 
Die Kanadischen Sozialwochen haben sich in engem Zusammenhang mit der Kirche und Gesellschaft von Quebec entwickelt. Ihr Einfluß war in der Periode 1920-1939 besonders stark und hat nach Ende des 2. Weltkriegs an sozialer Kraft verloren. Nichtsdestotrotz finden die Sozialwochen nach wie vor statt.

Audio-,  Videothek, Dokumente


Zitate des Kapitels

biblische Zitate

ökumenische Zitate

2. Kapitel

andere Religionen

Reflexionen

Marius Gonin, Gründer der Sozialwochen in Frankreich
 
Quelle: Semaines Sociales
mgonin2
ssociales
Semaines Sociales de France (Webseite auf Englisch)
 
 
Ansprache des Heiligen Vaters Johannes Paul II. zur Eröffnung der Sozialwoche 1999:
"From one century to another : the Gospel, Christians and the Challenges to Society".
 
 
Ansprache des Heiligen Vaters Johannes Paul II. zur Eröffnung der Sozialwoche 2001:
"Biology, Medicine and Society, What Will We Do With Man ?"
 
 
Michael Camdessus in der 74. Sozialwoche:
"Seven Pledges on Sustainable Development"
settimanes

Der Impuls von Leo XII
Andere Beispiele

lxiii-mx
Fundación León XIII
Mexico
isleonxiii
Instituto León XIII
Spanien
Die Sozialen Wochen ("Settimane Sociali")  in Italien
 
Die Toniolo-Stiftung
Giuseppe Toniolo,Gründer der Settimane Sociali
(Quelle: Settimane Sociali)
aktion
 
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