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Reflexionen  


4. Kapitel: Prinzipien der Soziallehre der Kirche:  Subsidiarität
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Lebensmitte(l) Arbeit


Margit Appel

Die Arbeiten, die Frauen im (eigenen oder fremden) Haushalt verrichten, die Betreuungs- und Pflegehandlungen – auch das ist &dbquo;Jederfrauarbeit,   häufig als &dbquo;Rund-um-die-Uhr- Tätigkeit oder Arbeitsplatz zu gestalten. Und auch der moderne Arbeitsmarkt schließt an Aspekte dieser Frauenarbeitsplätze als Rundumarbeitsplätze an. Dienstleistungsarbeit – im hohen Maße Frauenarbeit –
wird als Interaktionsarbeit definiert.
 
Arbeit ist am Gefühl der KundInnen zu leisten (vom Kindergartenkind, über die PatientIn, bis hin zum Fluggast), aber auch am eigenen Gefühl, um die KundInnen mit guter Laune und Freude am Produkt anstecken zu können. &dbquo;Rundum ist also an Gefühlen zu arbeiten: das ist der Zugewinn oder die Verschärfung gegenüber den &dbquo;alten Arbeitsplätzen.
Frauen haben, selbst wenn sie erwerbstätig sind, schlechte Karten, was ihre soziale Sicherheit betrifft. Die Verteilung der Erwerbseinkommen schlägt klar zu ihren Ungunsten aus, ebenso wie die Belastungen, die aus der Verantwortung für Kinder entstehen.
 
Frauen sind in höherem Maße armutsgefährdet als
Männer. Soziale Sicherung von Frauen ist prekär, oft nur mit einem abgeleiteten, Rechtsanspruch verbunden, und verlangt einen hohen Preis in der Lebensführung. Alles ist also Arbeit, im Erwerbs- und im Privatbereich, rund um die Uhr.
 
Andererseits ist Arbeit nichts wert für Existenzsicherung und gesellschaftlichen Status.  Beharrliche Ungleichheiten Ingrid Kurz-Scherf, die ein Netzwerk zu feministischer Arbeitsforschung koordiniert, liefert eine Analyse der derzeitigen Ist-Situation, die sehr klar die historischen Altlasten mit herein nimmt, die wir in unseren heutigen Debatten über Arbeit so leicht über- sehen.
 
Sie spricht von einer Korrelation zwischen der Verknappung des Angebotes an attraktiver – d. h. existenzsichernder, sozialrechtlich abgesicherter und in Balance zu den individuellen Lebensplänen zu haltender - (Erwerbs-)Arbeit und der anhaltenden Hochstilisierung von Arbeit als Inbegriff menschlicher Selbstverwirklichung und Entfaltung.

Die Autorin

 
 
 
 
 
 
 

Mag.a Margit
Appel ist Politikwissen- schaftlerin, Mitarbeiterin der ksoe und Ausbildnerin am Ausbildungsinstitut für Erwachsenenbildung
margit.appel@ksoe.at
 
Dieser Artikel ist in den ksoe- Nachrichten 7/2005  erschienen
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