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Das Gemeinwohl, ein Mosaik zum Ausbauen
Ethik und Sozialstaat


Freiheit, Gleichheit und Solidarität


 
Langfristig gesehen haben sich die Lebensbedingungen auf unserem Kontinent allmählich deutlich verbessert.  In den drei Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg wurden die höchsten Lebensstandards erreicht, deren sich eine Gesamtbevölkerung je erfreut hatte.
 
Diese bauten auf einer Sozialordnung mit den folgenden Grundlagen:  

 
>> Erstens, ein ständiges wirtschaftliches Wachstum, das Wohlstand für immer mehr BürgerInnen und auf Dauer auch den politischen Wert &dbquo;Freiheit“ ermöglicht hat.
>> Zweitens, ein Sozialstaat, der für einen regulierten Markt bürgte und dabei eine durch Institutionen organisierte Solidarität gewährleistete, wobei alle BürgerInnen Zugang zu grundlegenden Leistungen (wie etwa Wohnen, Schule, Kranken- und Altenbetreuung) hatten.

>>Drittens, repräsentative Demokratien, anhand derer die soziale Kontrolle der Macht und dabei auch ein beachtlicher Grad an Gleichheit und Gerechtigkeit garantiert wurden.

Markt - Sozialstaat - Zivilgesellschaft


 
Diese Sozialordnung resultierte aus dem ausgewogenen Zusammenspiel dreier Elemente: Markt, Sozialstaat und Zivilgesellschaft.
 
Der Markt ist der Raum, in dem individuelle Rechte Geltung erlangen, wie etwa das Recht darauf, selbst Güter zu produzieren, diese anzubieten und die entsprechenden Gewinne zu behalten.
 
Historisch und weltweit gesehen ist dies keine Selbstverständlichkeit, denn es gibt nach wie vor viele Produktionssysteme, in denen die Rechte der Produzenten auf den Genuss der Frucht ihrer Arbeit stark eingeschränkt  sind - wenn nicht gar verneint werden. Deshalb wird das Recht auf Privateigentum in der christlichen Sozialethik immer wieder unmissverständlich garantiert.

 
Aufgrund seiner eigenen Dynamik ist der Markt allein jedoch nie in der Lage, den Zugang aller Mitglieder einer Gesellschaft zu grundlegenden Gütern zu garantieren. Das Privateigentum neigt ebenfalls dazu, für die eigenen Interessen zu sorgen, insbesondere je mobiler der Markt wird, je stärker der Druck der Konkurrenz spürbar wird. Daher wird in der christlichen Sozialethik neben dem Recht auf Privateigentum immer wieder das Prinzip der universellen Bestimmung der Güter betont.

Als Garant für die Rechte aller BürgerInnen steht der Staat. Aber auch eine mächtige Regelungsinstanz kann leicht ihre Befugnisse überschreiten. Eine Gesellschaft, in der sich zwischen dem Individuum und dem staatlichen Apparat eine stille soziale Wüste erstreckt, fördert trotz technischen Fortschritts unweigerlich Untertanengeist und Klientelismus.
 
Der Sozialstaat bedarf deshalb einer reichen &dbquo;Humanökologie“,  das heißt einer aktiven und vitalen Zivilgesellschaft, deren Mitglieder in der Lage sind, ihre Anliegen auszudrücken, ihre Interessen gelten zu lassen.

 
Mosaik des Gemeinwohls


 
Dank der Prinzipien und Regeln, die im Sozialstaat angewandt wurden, ist das &dbquo;Mosaik des Gemeinwohls“  zu einer Realität für alle geworden (...)
 
Dieses Bild von Petrella weist auf die enge Verbindung zwischen all diese Errungenschaften hin. So ist Zivilkultur etwa nur dort möglich, wo Menschen Verantwortlichkeit ausüben können, Chancengleichheit fördert Wohlstand usw. Ein Mosaik ist andererseits zwar kein besonders zerbrechliches Kunstwerk (sonst hätte es keine Fußbodenmosaike gegeben), jedenfalls aber eines, das nach Pflege verlangt, andernfalls brechen die Steinchen auseinander.
ksoeste
ce2010
Caritas Europa:
"Politische Vorschläge für europäische Entschei- dungsträger" (2010)
Jesuiten in Deutschland Kirchliche Texte zur Sozialethik

KSZ

kkooes
Katholische
Sozialwissenchaftliche Zentralstelle
(Deutschland)
Oswald von Nell- Breuning-Institut
für Wirtschafts- und Gesellschaftsethik
Institut für Christliche Sozialwissenschaften
Universität Münster
logicep
ICEP - Berliner Institut für christliche Ethik und Politik

AG Christliche Sozialethik

ics
leuning
Online-Kurs von  
Ernst Leuninger
KAB Diözese Limburg
onb
Katholische Kirche in Oberösterreich
Soziales
SJ_d-rot
SozialethikerInnen
im  deutsch-
 sprachigen Raum

Andere Ressourcen

Social Justice Secretariat Jesuits and Partners
together for Justice
sjs
blog
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Reflexionen  


4. Kapitel: Prinzipien der Soziallehre der Kirche: Das Gemeinwohl
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Zitate des Kapitels  

biblische Zitate

ökumenische Zitate

4. Kapitel

andere Religionen

Initiativen

Solidarity - the Challenge for Europe
Akten der 1. Katholischen Sozialtage für Europa.
Texte  zur Ersten Katholischen Sozialtage für Europa
( Oktober 2009. Quelle: COMECE)
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