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Reflexionen  


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. Kapitel: Die menschliche Person (1)

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Menschenhandel, die neue Form der Sklaverei

Hanspeter Ruedl

 
Im Frühjahr 2009 hat die Österreichische Bischofskonferenz einen &dbquo;Runden Tisch zum Thema &dbquo;Menschenhandel eingesetzt. Eines der Ziele ist, kirchliche Einrichtungen und Gemeinschaften zu ermutigen, konkrete Ausstiegshilfen zu schaffen und den Betroffenen beizustehen.

 
 
 
 
Der Menschenhandel hat seit den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts weltweit stetig zugenommen, in Westeuropa jedoch massiv seit dem Fall des Eisernen Vorhangs. Heute wer-den jährlich hundertausende Menschen Opfer dieser schwerwiegenden Men- schenrechtsverletzung. 80% davon sind Frauen, 50% minderjährig, mehr als die Hälfte der Betroffenen wird zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung gehandelt.
 
Das genaue Ausmaß des Verbrechens lässt sich jedoch nur schwer beziffern. Statistiken sind rar, die Dunkelziffer hoch. Die Internatio nale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass weltweit jährlich 2,4 Millionen Menschen betroffen sind. Die Europäische Union nennt in ihrem neuesten Bericht zum globalen Menschenhandel 500.000 Opfer allein für Europa.
 
 
Zweimal Opfer
 
Menschenhandel ist inzwischen zu einem einträglichen Geschäft mit hohen Profiten und geringen Risiken geworden. Die ILO schätzt in einer Studie aus dem Jahre 2009, dass auf- grund der aktuellen weltweiten Wirt- schafts- und Finanzkrise der Men- schenhandel noch weiter ansteigen wird. Schon jetzt verdienen kriminelle Netzwerke an ihren Sklaven Milliarden US- Dollar.
 
Es ist davon auszugehen, dass die Gewinne aus dem Menschen- handel inzwischen an jene des Drogen- und illegalen Waffenhandels heran - reichen. Die Täter werden nur selten bestraft, während in vielen Fällen die gehandelten Personen wegen ihres  illegalen Aufenthaltsstatus von Abschiebung bedroht und so zweimal zu Opfern werden (...)
 
Die Betroffenen erleiden zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Häufig werden ihnen die Papiere abgenom- men, so dass sie keine Möglichkeit zur Flucht haben. Sie werden Opfer von sexueller Ausbeutung, Zwangsarbeit oder Organdiebstahl. Sie werden zumeist unzureichend oder auch gar nicht für ihre Tätigkeit bezahlt, sind totaler Kontrolle, ständiger Gewalt, bis hin zu Folter ausgesetzt. Oft wer- den sie durch die Bedrohung von Angehörigen oder engen Freunden zudem unter Druck gesetzt (...)
ORF2  Am Schauplatz
Endstation Bordell - Menschenhandel
(5 Teile, 2011)
ARD
SEX Sklavinnen Frauenhandel in Europa. (Teil 1)
>>>
Teil 2
Der weltweite Handel mit Kindern
(WDR/Veoh)

Zitate des Kapitels

 

biblische Zitate

ökumenische Zitate

andere Religionen

Initiativen

Audio-,  Videothek, Dokumente

Der Autor
 
 
 
 
 

 
Hanspeter Ruedl,
Generalsekretär der Österreichischen Kommission Iustitia et Pax und Mitglied des Runden Tisches der Österreichischen Bischofskonferenz gegen den Menschen-/ Frauenhandel.
 
 

Weitere Reflexionen und Hinweise


 
Österreichisches Aussenministerium

Kampf gegen Menschenhandel
 
Illegaler Organhandel (Angaben der WHO)
Der Standard, 30. Mai 2012
 

Weitere Ressourcen


Ungift
Global Initiative to Fight Human Trafficking
 
Humantrafficking
Internationale Plattform, Englisch
hprued

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