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Reflexionen  


11

. Kapitel: Die Förderung des Friedens

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Nach so vielen Jahren immer noch hungrig


Gertrude Klaffenböck


 
 
Ernahrungssicherung, Ernahrungssouveranität und Recht auf Nahrung als Garanten für Friede und Nachhaltigkeit

Mehr als zwei Generationen liegt die
Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der UNO von 1948
zurück, in der das Recht jedes Menschen, frei von
Hunger
zu sein, international verbrieft wurde. Im Jahr 2007 ist die Welt mit 854 Millionen hungernden Menschen weiter denn je davon entfernt, frei von Hunger zu sein.
 
Das grundlegende Recht jedes Mannes, jeder Frau, jedes Kindes auf angemessene Nahrung wurde 1966 im
UN-Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrech
te neuerlich festgeschrieben und ist für die Vertragsstaaten des Paktes völkerrechtlich verbindlich (...)
 
Wenn heute vom Kampf gegen Hunger weltweit gesprochen wird, prallen sehr schnell die verschiedensten Ideen und Sichtweisen zu den Ursachen ebenso wie zu den Problemlosungen aufeinander. In den letzten Jahren haben sich vor allem in zivilgesellschaftlichen Diskussionen drei Begriffe – Ernährungssicherung, Ernährungssouveranitat und Recht auf Nahrung – als wichtige Referenzrahmen erwiesen. (...)

 

Ernährungssicherung


 
Beim
Welternährungsgipfel von 1996
setzt sich zusehends eine Definition durch, die den ökonomischen und physischen Zugang von Nahrung einbezieht und sich über die alleinige Verfügbarkeit oder das Vorhandensein von Nahrung hinaus bewegt:
 
&dbquo;Ernährungssicherheit existiert, wenn alle Menschen zu jeder Zeit physischen und ökonomischen Zugang zu sicheren und gehaltvollen Nahrungsmitteln haben, die ihren Ernährungsbedürfnissen und -präferenzen für ein aktives und gesundes Leben entsprechen."

 

Ernährungssouveranität


 
Der Begriff
Ernährungssouveranitat
hat insbesondere durch die 1996 zu diesem Thema stattfindende NGO-Parallel-Konferenz Bekanntheit erlangt. Das weltweite Netzwerk von Kleinbauern und -bäuerinnen
Via Campesina
hat dieses neue politische Konzept als Alternative zum sich ausbreitenden neoliberalen Agrarmodell ins Spiel gebracht. Die NGO -Konferenz war zu einem wichtigen Ausgangspunkt  für die Weiterentwicklung des Begriffes und des Konzeptes geworden. (...)
 
Ernährungssouveranität ist mittlerweile insbesondere für Kleinbauern und -bauerinnen, Landlose und LandarbeiterInnen zur wichtigen politischen Referenz geworden und ist ein Konzept, das nach wie vor weiterentwickelt wird. Der Zugang und die Kontrolle über produktive Ressourcen, wie Land, Saatgut, Wasser etwa stellen eine der zentralen Verknüpfungen dar, welche die Ernährungssouveranität mit dem Recht auf Nahrung verbinden.

 

Das Menschenrecht auf Nahrung


 
Im Aktionsplan von 1996 fordern beispielsweise FAO Mitgliedstaaten das UN-WSK- Komitee auf, mittels Allgemeinen Rechtskommentars eine normative Grundlage für das Menschenrecht auf Nahrung zu schaffen. Mit dem Allgemeinen Rechtskommentar Nr. 12 (General Comment 12) zum WSK-Pakt war das UN-Komitee dieser Forderung nachgekommen, darin ist u.a. festgehalten: &dbquo;Das Recht auf eine angemessene Nahrung ist dann verwirklicht, wenn alle Männer, Frauen und Kinder, alleine oder in Gemeinschaft mit anderen, zu jedem Zeitpunkt physischen und ökonomischen Zugang zu angemessener Nahrung oder den Mitteln sie zu erlangen, haben."
 
Das Recht auf Nahrung sieht neben dem (physischen und ökonomischen) Zugang zu Nahrung vor allem den Zugang zu Mitteln (d. h. u. a. zu produktiven Ressourcen für deren Erzeugung wie Land, Saatgut, Wasser) oder zu deren Beschaffung (z. B. Beschäftigung oder Einkommen) im Zentrum der Anspruchs-berechtigung jedes Menschen.

 

 
Weitere Reflexionen


Dirk Müller anlässlich des Welternährungstags 2011
Unschuldsmythen - wie die Nahrungsmittelspekulation den Hunger anheizt!
(PDF - Quelle: Misereor Deutschland)
 
José Ignacio González Faus, s.j.
Nothingness dressed up: Fraternity  stripped bare: The struggle for justice in a nihilistic culture
(Quelle: Cristianisme i Justicia, Sept. 2010)
 
Helmut Rakowski, OFM
‘Opus solidaritatis pax’, Peace is the Fruit of Solidarity  
(Quelle:
SEDOS, März 2007)
 
Fordham University, NY

Freshmen Discuss Conscience, War and Peace with Father Berrigan SJ
(Sept. 2007)

Die  Autorin

 
 
 
 
 
 

 
DI Gertrude Klaffenböck,
Agrarökonomin, Sektionskoordi- natorin von FIAN Osterreich ( Food First Informations- und Aktions-Netzwerk, internationale Menschenrechts-organisation für das Recht sich zu ernähren)
.

Andere Ressourcen

FIAN_gertrude_klaffenboeck
dadal100
Den gesamten Artikel herunterladen
(PDF-Datei)
Ernährungssicherung in Ecuado
Streik wegen der Privatisierung der Wasserversorgung in Ecuador

(DED, 2011)
"Wasser ist Leben!"
Filmemacherin Irena Salina hat die  globale Verteilung der Ressource Wasser befragt.
Zusammenfassung bei Arte TV / Youtube, 2008.
 
Trailer des Films
Arte TV
Die Flut von 2010 in Pakistan April. 2011
FIAN
Klimaschutz ist Menschenrecht
Video dieser deutschen Initiative
(Quelle: FIAN)
UNESCO- Bildungsserver - Nachhaltigkeit (deutsch)
logounfpitn
UN-Erklärung über die Rechte der Ureinwohner
New York, 13. September 2007
Menschenrecht Wasser Kampagne von "Brot für die Welt", Deutschland
fairerhandel
BAOBAB-Zeitschrift
"Globales Lernen" zum Herunterladen
Schwerpunkt Nachhaltigkeit
(Videosammlung)
Arte TV, April 2011
vidklimr
vcalogo
ÖBV - Österreichische Bergbauern- und Bergbäuerinnen Vereinigung
logowasser
"Gesicherte Ernährung"
Geographie des Hungers -
Wie Hungersnöte entstehen .
Arte TV, Serie
"Mit offenen Karten
"
(Youtube)
Arte TV
Monsanto - mit Gift und Genen
(2008)
Nach wie vor äußerst brisanter Bericht. Youtube
Empfohlener Film

"Als der Wind den Sand berührte"
Marion Hänsel 2007

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biblische Zitate
ökumenische Zitate
10. Kapitel
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